Denny J.A.: Das Taschentuch der Fang Yin

Denny JA
Karya Denny JA Kategori Kesusastraan
dipublikasikan 20 Januari 2016
Denny J.A.: Das Taschentuch der Fang Yin

/1/

Und noch einmal blickt sie nun auf jenes Taschentuch,

das nicht mehr wei? ist; 13 Jahre sind vergangen.

Ein Streichholz h?lt sie in der Hand, sie will das Tuch verbrennen,

damit es Asche werde der Vergangenheit.

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Doch noch bevor die Flammen z?ngeln, erzittert ihr Herz.

Sie bl?st das Streichholz aus und schweigt im Schweigen der Nacht.

?ffnet das Fenster: dunkler Himmel von Los Angeles,

wo sie seit dreizehn Jahren lebt.

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Sie erinnert sich der ersten Wochen hier in diesem Zimmer,

als sie die N?chte durchweinte.

Nennen wir sie doch Fang Yin, das bedeutet: duftendes Gras.

Ihr wahrer Name bleibe ungenannt, bis ?ber alles Gras gewachsen ist.

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Damals war sie zweiundzwanzig Jahre alt,

musste aus Indonesien fliehen, dem Land, wo sie geboren war,

nachdem ein Mob sie vergewaltigt hatte,

das war im Jahre 1998, dem Jahr des Pogroms.

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Was bedeutet Indonesien mir?, fl?stert Fang Yin.

Tausende Chinesen[1] haben dieses Land verlassen,

nach jenem dunklen Monat Mai, dem Mai des Chaos,

den Unruhen und der brutalen Gewalt.[2]

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Dieses Land war damals f?hrungslos,

das Recht war ausgesetzt, ?berall nur Chaos und Gewalt.

Und es hallten die Schreie des Mobs:

Jagt sie, die Chinesen, t?tet sie!

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Schwarz war der Himmel von Asche und Staub

der abgebrannten H?user und Gesch?fte.

Die Menschen in Panik, und keiner vermochte

sich vor Gewalt und Hass zu sch?tzen.

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Eine Cousine Fang Yins t?tete sich selbst

im Angesicht der Pl?nderer, vor den wilden Augen

jener M?nner, die sich auf sie st?rzen wollten,

rauben, morden, vergewaltigen.

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Was bedeutet Indonesien mir?, fl?stert Fang Yin.

Ihr Leben war zerst?rt,

der Winde milde Brise sp?rte sie nicht mehr,

ihr Lebensgl?ck glich einer ausgepressten Frucht.

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Laut heulten und bellten damals die Hunde,

als flehten die Tiere um den Schutz der Polizei.

Doch die schoss auf sie, warf sie in einen Teich,

sie zappelten noch, als rot sich f?rbte das Wasser.

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Nach Amerika floh Fang Yin mit ihren Eltern,

wie so viele andere Chinesen, die in Indonesien lebten.

Und so entstand so manche kleine indonesische Kolonie

in New York, in Philadelphia, Los Angeles, New Jersey.

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W?hrend der ersten Wochen in Amerika

begriff Fang Yin noch nicht, was ihr geschehen war.

Verwundet waren Leib und Seele. Ihre Eltern

lie?en sie nicht mehr allein, ein Psychologe stand f?r sie bereit.

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Nach drei Monaten hatte Fang Yin sich wieder gefasst,

lernte Englisch, nahm sich vor ein Studium aufzunehmen.

Doch sie war jetzt eine andere:

nicht mehr das fr?hliche M?dchen von einst.

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Als ein junger Koreaner sich in sie verliebte,

wies Fang Yin ihn ab, f?rchtete, er sei wie Albert Kho,

ihr Ex-Freund aus Jakarta, von dem sie

? die Vergewaltigte ? verlassen worden war.

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Dreizehn Jahre lebt sie nun schon in Amerika,

und ihre Sehnsucht nach der Heimat Indonesien w?chst.

Dort m?chte sie, die mittlerweile f?nfunddrei?ig ist,

ein neues Leben beginnen, eine Familie gr?nden.

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Sie w?nscht sich einen Mann, sie w?nscht sich Kinder,

hat Heimweh nach Jakarta, der Stadt ihrer Kindheit.

Sehnt sich nach den alten Freunden, nach den Malls,

wohin man immer ging, die Freizeit zu verbringen.

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Doch noch immer brennt in ihr ein Hass auf Indonesien,

das Trauma der Sch?ndung ist l?ngst nicht ?berwunden.

Und so verwirft sie den Plan einer R?ckkehr,

reist nicht in finstere Vergangenheit.

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Doch denkt sie immer noch an Albert Kho.

Wo er jetzt wohl leben mag? Und sie ?ffnet

jenen Brief, dem sie ihm geschrieben hatte,

damals vor zw?lf Jahren, den nie abgeschickten.

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Kho, wie geht es dir?

Ich bin hier so einsam.

Du hast einmal gesagt, dass du mich nie

alleine lassen wirst, gerade in schwerer Zeit.

Deshalb hab ich deine Liebe angenommen.

Ich bin so traurig, Kho,

ich m?chte deine Stimme h?ren.

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Immer wieder hatte sie versucht ihn anzurufen.

Doch niemand nahm den H?rer ab, Kho schien verschwunden.

War er etwa auch geflohen, irgendwohin?

Nie hatte Fang Yin mehr von ihm geh?rt.

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Das Einzige, was ihr von Kho geblieben ist

und was sie bis heute treu verwahrt,

ist jenes Taschentuch. Jetzt umklammert sie es

fest und traurig in der Hand.

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Sie will ein St?ck Erinnerung verbrennen,

den einzigen Zeugen, das, was vom Trauma ?brig blieb.

Sie hat jenes Tuch bis heute gut verwahrt,

und niemand hat es je gesehen oder gar ber?hrt.

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Und wieder schaut sie auf das Taschentuch,

betastet den Stoff. Noch erkennbar sind die Spuren

der Tr?nen, die es einst benetzten.

Dies Tuch ist ein unabtrennbarer Teil ihres Lebens.

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Vor einem Jahr, da sagte ihr der Psychologe,

ein Amerikaner: ?Sie sind nun fast geheilt.

Und endg?ltig, wenn Sie den Verlust so vieler Jahre

als Schicksalsf?gung akzeptieren k?nnen.?

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Dem Psychologen verdankt Fang Yin das Leben.

Mehrmals hatte sie versucht sich umzubringen.

Er war es, der sich jeden Tag um sie gek?mmert hatte,

bis sie, die Tochter reicher Eltern, Schritt f?r Schritt genas.

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Des Psychologen Mantra hatte sie sich immer wieder aufgesagt

und den Sinn jener Worte versucht zu verstehen:

Nimm die Dinge hin, so wie sie sind!

Mach deinen Frieden mit Vergangenem!

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Nach vier Monaten hatten die Worte zu wirken begonnen,

das, was geschehen war, war keine Mine mehr in ihrem Hirn.

Doch waren die Erinnerungen wie ein Wespenstich,

der Schmerz, er wollte nicht vergehen.

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Sie schaut erneut auf jenes Taschentuch,

auf dem jetzt Szenen wie aus einem Film erscheinen:

Sie sieht ihr Haus in Kapuk, Nord-Jakarta,

das Geb?ude mit den hohen Mauern.

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Es stand in einer Reihe mit anderen H?usern,

die im Wettkampf miteinander standen

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um die h?chste, m?chtigste Umz?unung.

In all diesen H?usern lebten Chinesen.[3]

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Doch keine hohe Wand, kein hoher Zaun

vermochte die Bewohner zu sch?tzen

vor jener Welle, jenem Sturm,

vor jenem Feuer, das in Jakarta loderte.

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Es war ein Dienstag, der 12. Mai des Jahres 1998.

Fang Yin war nicht zur Universit?t gegangen, war daheim,

schaute sich im Fernsehen die Nachrichten an,

verfolgte die Geschehnisse des finsteren Tags.

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Protestveranstaltungen an Universit?ten,

Demonstrationen ?berall.

Gefordert wurde der R?cktritt Suhartos,

der galt als schuldig f?r die Wirtschaftkrise.

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Unternehmen waren bankrott gegangen,

die Arbeitslosigkeit nahm drastisch zu,

die Preise f?r lebenswichtige G?ter schnellten empor,

und die Rupie fiel ins Bodenlose.

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Was anfangs nur Aktionen von Studenten waren,

was anfangs den Namen ?Reformbewegung? trug,

wurde alsbald zu einer Welle gro?er Demonstrationen,

die nicht mehr aufzuhalten war.

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An jenem 12. Mai, an jenem Dienstag,

wurden auf dem Gel?nde der Trisakti-Universit?t

vier Studenten erschossen: Und es folgte jene

Nacht des Schreckens, der Ausbruch des Chaos.

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Mittwoch, 13. Mai 1998:

Tausende Studenten versammelten sich

auf dem Campus der Trisakti-Universit?t.

Trauer mischte sich mit Wut.

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Man wei? nicht genau, warum zur Mittagszeit

es pl?tzlich ?berall von Menschen wimmelte.

Und warum man dann begann,

Autoreifen auf den Stra?en zu verbrennen.

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Schwarzer Rauch stieg hoch in die Luft,

der Mob hielt Fahrzeuge an.

Und es hallten Schreie, laut und wild:

Steckt alles an! Legt Feuer ?berall!

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Einem Heer von Ameisen gleich

zogen Massen ins Zentrum Jakartas.

Und es tauchten Lastkraftwagen auf ? woher? ?,

von deren Ladefl?chen M?nner sprangen.

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Dann h?rte man andere Schreie:

Verbrennt sie, die Chinesen, z?ndet sie an!

Und eine Horde gro?er, st?mmiger M?nner

st?rmte Gesch?fte und Wohngebiete der Chinesen.

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Drang in die H?user der Schlitzaugen ein,

packte sie sich, schlug ein auf die M?nner

und vergewaltigte die Frauen.

Keiner vermochte die Opfer zu z?hlen.

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?Fang Yin verfolgte im Fernsehen, wie die Lage eskalierte,

und eine seltsame Furcht ergriff ihr Herz.

Sie rief den Vater an, bat ihn, von der Arbeit heimzukommen.

Doch es gelang ihm nicht, die Massen verstopften die Stra?en.

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Dann erschienen die D?monen, die sie f?rchtete:

Sie h?rte ein wildes Gebr?ll. Eine Horde M?nner

riss den Gartenzaun nieder, t?tete den Sch?ferhund.

Dann drangen die M?nner ins Haus.

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Die Hausangestellte schrie voller Furcht,

unter den Hieben der Horde brach sie zusammen.

Fang Yin schloss sich in ihrem Zimmer ein,

wimmerte und schrie um Hilfe.

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Doch niemand h?rte sie,

die Nachbarn durchlitten vermutlich das Gleiche.

F?nf wilde Gestalten traten dann die T?r

zu ihrem Zimmer ein und zerrten sie aufs Bett.

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Zogen sie an ihren Haaren,

rissen ihr vom Leib die Kleider,

traten, schlugen,

misshandelten sie.

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Fang Yin weinte, schrie:

H?rt auf, h?rt auf!

Ich geb euch Geld.

Lasst mich in Frieden.

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Sie waren wie ein Rudel wilder W?lfe:

Zwei griffen ihre Beine,

spreizten sie. Und ein Dritter

machte sich an ihr zu schaffen.

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So wurde sie vom Ersten gesch?ndet,

bevor die Andren an die Reihe kamen.

Entjungferung: hart und brutal

und mitleidlos.

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Fang Yin, die wehrte sich,

tobte und schrie,

schlug um sich,

tat alles, ihre Ehre zu verteidigen.

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In ihrem Schmerz, in ihrer Angst

h?rte sie die Horde lachen, gr?len.

Die verrichtete ihr Werk,

bis Fang Yin das Bewusstsein verlor.

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Arme, misshandelte Fang Yin!

Als sie die Augen ?ffnete,

fand sie sich in einem Bett,

im Krankenhaus.

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Kho, ihr Freund, kam zu Besuch,

schenkte ihr ein Taschentuch.

Und ihre Tr?nen trocknete Fang Yin

mit jenem Tuch, das sie so treu begleiten sollte.

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Darauf tropfte ihre erste Tr?ne,

auch die zweite

und die zehnte,

auch die tausendste.

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Und in jenem Tuch verwahrte sie die einsamen N?chte,

in denen sie Gott um den Tod anflehte,

jene N?chte der Ohnmacht.

Jenes Tuch war wie ein Tagebuch.

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Rina, ihre beste Freundin, besuchte sie,

gemeinsam mit Kho.

Rima verstand, was sie f?hlte,

tr?stete und half.

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Eine Infusionsnadel steckte in ihrer Hand,

Vater und Mutter weinten, umarmten sie fest.

Und Fang Yin erinnerte sich wieder

an das, was ihr geschehen war.

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Und die Erinnerung war schlimmer

als Beulen und Flecken auf ihrem Leib.

Sie war gesch?ndet worden![4] Fang Yin entwich

ein spitzer Schrei, der hallte durch das Krankenhaus.

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Lieber Gott,

So hilf mir doch.

Hilf mir doch

In meiner Not!

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Jakarta war ein Meer aus Flammen. Wo nur

waren Polizei und Milit?r? Keine Spur von ihnen ?

Gewalt und Chaos weiteten sich aus,

wie ein Fl?chenbrand.

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Die Menschen Jakartas waren verst?rt,

in den Stra?en tobte der Mob,

woher kamen all diese fremden Gestalten,

niemand schien sie zu kennen.

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Sie stiegen herab von Lasterladefl?chen,

gro?gewachsene, starke M?nner.

Sie zerst?rten, legten Feuer, pl?nderten,

und viele schlossen sich ihnen an.

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Und auf dem H?hepunkt des Chaos,

nach dem Zusammenbruch jeglicher Ordnung,

verschwanden die gedungenen Pl?nderer,

doch der Mob tobte weiter, grundlos, ohne Plan.

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Pl?nderte nun seinerseits, einander rempelnd,

nebeneinander, ?bereinander, hinein in

brennende Gesch?fte. Und manche verbrannten

lebendigen Leibs. Sinnloser Tod![5]

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Fang Yin und ihre Eltern verstanden nichts von Politik

und schon gar nichts von milit?rischen Dingen.[6]

Man verdiente sich als H?ndler seinen Lebensunterhalt.

Und nun, in der Not, war niemand da, der ihnen half.

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Indonesien erbebte, Blitzte zuckten am Himmel.

Pr?sident Suharto war auf Staatsbesuch in ?gypten.

W?hrend man auf seine R?ckkehr wartete,

griff die Krise immer weiter um sich.

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Am 15. Mai des Jahres 1998,

um 4.30 Uhr in der Fr?he,

erkl?rte Pr?sident Suharto, dass ein R?cktritt ausgeschlossen sei.

Das trug nicht zur Beruhigung der Lage bei.

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Die Chinesen f?rchteten ein neues Chaos

und verkauften nun zu Schleuderpreisen

die Waren in ihren Gesch?ften,

bereiteten die Flucht ins Ausland vor.

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Derweil war Fang Yin noch im Krankenhaus,

voller Furcht vor neuem Grauen, neuer Gewalt.

Voller Furcht vor wilden M?nnerhorden,

vor brutaler Vergewaltigung.

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Vater, worin besteht meine Schuld? Warum wurde ich

gesch?ndet? Hab ich etwas falsch gemacht?

Der Vater schwieg,

umarmte innig seine Tochter.

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Doch Kho, ihr Freund, wandte sich ab von ihr,

und Fang Yin schrie in den N?chten.

Ein Guru, der ihr helfen sollte, sprach zu ihr

von Schicksalsergebenheit, wie sie Konfuzius lehrt.

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Er verwies auf die Gesetze der Astrologie.

Fang Yin sei im Zeichen des Drachen geboren,

doch 1998 sei das Jahr des Tigers. Und Drachen

h?tten nun einmal kein Gl?ck in diesem Jahr.

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Und er beschrieb die Prinzipien des Ren Dou,

die Lehre von den Beziehungen zwischen den Menschen.

Und er las ihr vor aus einem schmalen Buch,

dem Buch des Mengzi.

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Dort stand:

Vermeide, das B?se zu sehen.

Vermeide, das B?se zu h?ren.

Vermeide, ?ber das B?se zu sprechen.

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Und er strich ihr ?ber die Stirn,

blickte ihr tief in die Augen, ?bertrug seine Kr?fte auf sie,

lie? ihre Lebenskr?fte wachsen

und sagte sanft zu ihr:

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Fang Yin, dies Ungl?ck ist nun mal geschehen.

Vergiss es! Fang ein neues Leben an!

Nimm das Schicksal hin und besiege die Vergangenheit!

Ein starker Wille wird das Leid besiegen.

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Im Fernsehen verfolgte Fang Yin eine Diskussion

?ber die Geschichte der Chinesen in Indonesien.

Die seien immer wieder Opfer des Amoks eines Mobs geworden.[7]

O weh ?. Das hatte Fang Yin noch gar nicht gewusst.

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Eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen

flog Fang Yin mit ihren Eltern nach Amerika.

Nicht weil man Indonesien nicht liebe, sagte ihr Vater,

sondern weil die Lage dazu zwinge.

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Und er erz?hlte vom Cousin des Gro?vaters,

einem K?mpfer f?r die Freiheit Indonesiens,

von Sie Kok Liong, einem Weggef?hrten von Sukarno,

dem einst das Geb?ude in der Kramat-Stra?e 106 geh?rte.

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Dort habe damals der Kongress der Jugend stattgefunden,

dort sei am 28. Oktober 1928 die Idee der Unabh?ngigkeit verk?ndet worden.

Doch was bedeutet Indonesien Fang Yins Familie jetzt noch?

Indonesien, ein Land, aus dem man fliehen muss.

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Dreizehn Jahre sind seitdem vergangen. Fang Yin hat geh?rt,

dass die Verh?ltnisse in Indonesien sich gebessert h?tten:

es g?be gar Chinesen im Ministerrang, und das Neujahrsfest,

das lang verboten war, sei nun ein offizieller Feiertag.

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Der L?wentanz, der werde heute frei und offen aufgef?hrt,

und Zeitungen in chinesischer Sprache d?rften zirkulieren.

Im Fernsehen gebe es ein chinesischsprachiges Programm,

und Konfuzianismus geh?re zu den staatlich anerkannten Religionen.[8]

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All die Chinesen, die aus Indonesien gefl?chtet waren,

feiern gerne gemeinsam das Neujahrsfest.

Viele von sind heute keine B?rger Indonesiens mehr,

haben einen Pass der USA, Singapurs oder anderer Staaten.

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F?r sie ist Indonesien nur noch

dunkle, traurige Vergangenheit.

Doch das Neujahrsfest vereint sie,

unabh?ngig von Staatsb?rgerschaft oder Glauben.

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Fang Yins Vater aber stand zum gefassten Entschluss,

Staatsb?rger Indonesiens zu bleiben.

Und immer wieder sprach er mit Fang Yin

und mahnte:

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Du bist Indonesierin, Fang Yin,

und du musst es bleiben. Ja, er hatte dort

sein Gl?ck und Auskommen gefunden,

und zur?ck nach Indonesien zog es ihn.

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Und er war erbost, als er erfuhr,

dass Fang Yin sich anders entschied.

Und es schmerzte ihn sehr,

als sie amerikanische Staatsb?rgerin wurde.

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Denn nur Gutes hatte ihr der Vater ?ber Indonesien erz?hlt,

damit sie dieses Land aufs Neue lieben k?nne,

das Land, das ihre Eltern stets verteidigt hatten,

f?r dessen Freiheit schon die Ahnen k?mpften.

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Fang Yin hatte immer gerne gelesen,

und jetzt las sie vieles ?ber Indonesien,

dass die Lage dort jetzt besser sei.

Und Wissen kann ja die Menschen ver?ndern.

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Doch Fang Yin hatte den festen Entschluss gefasst,

nie mehr nach Indonesien zur?ckzukehren.

Und der Vater hatte schlie?lich aufgegeben,

sie zur R?ckkehr in die Heimat zu bewegen.

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Als die Eltern dann zur?ck nach Indonesien gingen,

lie? sich Fang Yin auch dadurch nicht erweichen.

Sie blieb alleine in den USA zur?ck, denn sie liebte

das freie Leben in einer modernen Kultur.

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Sie genoss den Schutz durch Recht und Gesetz,

dessen Fehlen sie in Indonesien beklagte.

Sie hasste die Gewalt,

und deshalb hasste sie auch Indonesien.

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Doch selbst Felsen geraten durch schwere Wellen ins Wanken,

und das Meer kann zur W?ste verdorren.

Was unter der Sonne ver?ndert sich nicht?

Und die Worte des Vaters waren tief verankert im Herzen Fan Yings:

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Amerika ist nur ein Ort, wo wir vor?bergehend leben sollten,

denn wir sind in Indonesien geboren und sollten dort auch sterben.

Die Schmerzen der Vergangenheit m?ssen ?berwunden werden,

die Liebe zur Heimat muss in uns wieder wachsen.

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Und Schritt f?r Schritt und unter gro?en M?hen

vermochte Fang Yin den Zorn in sich zu tilgen,

auch wenn die Schrecken des erlebten Leids

sich immer noch wie ein Gespenst in ihrer Seele regten.

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Fang Yin fand immer mehr zu sich selbst, las B?cher

?ber Religion, Politik und Philosophie, liebte auch die Dichtung.

Das erworbene Wissen machte sie stark,

und sie war reif geworden durch das Leid.

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Und dreizehn Jahre nach ihrer Ankunft in Amerika

f?hlt Fang Yin ein Sehnen in sich wachsen.

Sie denkt zur?ck an die Kindheit in Jakarta,

fl?stert den Namen ihrer ersten Liebe: Albert Kho.

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Kho, wo bist du jetzt, was machst du wohl?

Doch die Beziehung ist seit langem schon zu Ende,

seit der Flucht Fan Yings vor dreizehn Jahren.

Nur jenes Taschentuch verbindet beide noch.

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Dass Kho mittlerweile verheiratet ist, das hatte sie geh?rt,

und zwar mit Rina, ihrer besten Freundin,

auch ein M?dchen chinesischer Herkunft.

Die beiden seien Muslime geworden.

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Und Fang Yin erinnert sich an damals,

als Kho und Rina sie im Krankenhaus besuchten.

Und es tut ihr weh, dass sie von diesen beiden

verlassen und im Stich gelassen worden war.

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Und jetzt kniet Fang Yin vor jenem Taschentuch,

z?ndet erneut ein Streichholz an.

Will das, was blieb von ihrer Liebe, verbrennen,

will die Vergangenheit aus ihrem Herzen tilgen.

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Sie fl?stert: Albert Kho, ich muss dich vergessen.

Da zittern ihre Finger, in denen sie das Streichholz h?lt.

Sie f?rchtet, das Feuer k?nne sie verbrennen.

Und sie bl?st das Streichholz aus.

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Sie weint. Erst leise,

doch dann wird daraus ein lautes Schluchzen.

Sie rei?t sich zusammen, bei?t auf die Z?hne,

keiner soll das Schluchzen h?ren.

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Dann entz?ndet sie das n?chste Streichholz.

Und ohne nachzudenken, z?ndet sie das Tuch jetzt an.

Es verbrennt in lodernder Flamme,

und in der Asche sieht Fang Lin ihr altes Ich.

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Verbrannt ist die Vergangenheit,

verbrannt ist langes Leid,

verbrannt ist die Liebe zu Kho,

verbrannt die Eifersucht auf Rina.

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Und ihr Hass auf Indonesien? Er ist verbrannt.

Und das Feuer hat sie selbst gereinigt.

Die Welt scheint stillzustehen,

auch die Zeit, f?r eine lange Weile.

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Von jenem Taschentuch ist nur noch Asche ?brig.

Fang Yin ist neugeboren,

ist ein neuer Mensch,

befreit vom Schrecken der Vergangenheit.

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Tr?nen tropfen auf die Asche,

das Taschentuch ist vertilgt.

Fang Yin hat Frieden gefunden,

im Zimmer steht eine neue Fang Yin.

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Sie betet: Herr, gib mir Mut und gib mir Kraft.

Ich m?chte zur?ck in die Heimat.

Dort m?cht ich fortan leben, und dort, wo ich geboren bin,

dort m?chte ich dereinst auch sterben.

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Was bedeutet Indonesien Fang Yin?

Dort auf die Welt zu kommen, hatte sie sich nie gew?nscht.

Als noch offen waren ihre Wunden,

war dieses Land f?r sie nur ein Pfuhl aus Leid.

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Jetzt aber sieht sie dieses Land mit andren Augen,

sie spiegelt sich darin und sieht, dass sich immer alles ver?ndert.

Jetzt will sie sein wie ihre Ahnen: in Indonesien geboren,

leben, k?mpfen und auch sterben.

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Indonesien ist erneut in ihrem Herzen,

wie ein Palmenzweig, der winkt und lockt,

der sie anfleht heimzukommen!

Tr?nen flie?en ?ber ihre Wangen.

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2012, dies ist das Jahr des Drachen,

das hei?t, es wird f?r Fang Yin ein gl?ckliches Jahr.

Sie sehnt sich nach Jakarta, der Stadt ihrer Kindheit,

nach all den Orten, wo sie damals gl?cklich war.

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Vor dreizehn Jahren war sie angekommen in Amerika,

trug mit sich Wut und Zorn,

trug mit sich einen tiefen Hass

auf das Land, das Indonesien hei?t.

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Jetzt will sie heim, ist voller Sehnsucht, und sie hofft,

dass Indonesien so sei wie sie selbst: Sieger ?ber die Vergangenheit.

Not und Ungl?ck wird es immer geben, doch es gilt:

Stets einen Traum, ein Ideal zu haben.

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Es hei?t, es gebe jetzt ein neues Indonesien.

Ja, mein Entschluss steht fest: Ich kehre heim!

Bald schon werd ich in der Heimat sein!

Bald schon werde ich in Indonesien leben!

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[1] Der Begriff? ?Chinesen? ?bezieht sich in diesem Gedicht auf die indonesischen Staatsb?rger chinesischer Abstammung. [Bei den Fu?noten handelt es sich um Fu?noten des Verfassers, also Denny J.A.. In einigen Fu?noten wurden vom ?bersetzer Hinweise auf englischsprachige Quellen hinzugef?gt.]

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[2] Ungef?hr 70.000 indonesische Staatsb?rger chinesischer Abstammung verlie?en Indonesien nach den Unruhen im Mai 1998. Siehe: Ivan Widodo (ed.), COKIN: So What Gitu Lho! (Jakarta: Komunitas Bambu-Jaringan Tionghoa Muda, 2008), S. viii.

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[3] Exklusive Wohnbezirke f?r Menschen chinesischer Abstammung erinnern an Regelungen aus der niederl?ndischen Kolonialzeit, als die Regierung den Chinesen besondere Wohnbezirke zuwies, um eine Interaktion mit einheimischen, also indonesischen Bev?lkerungsgruppen zu verhindern, und zwar aus der Sorge heraus, dass ein Zusammenwirken zwischen Chinesen und Indonesiern das koloniale Herrschaftssystem h?tte bedrohen k?nnen. Diese ?Trennungspolitik?, in deren Rahmen die niederl?ndische ???????????????? Kolonialregierung in vielen St?dten chinesische Wohn- und Handelsbezirke einrichtete, wurde als ?Wijkenstelsel? bezeichnet. Siehe: http://id.wikipedia.org/wiki/Tionghoa-Indonesia? und: http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Indonesians. Es ist bemerkenswert, dass im heutigen Indonesien immer noch ?hnliche Strukturen anzutreffen sind.

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[4] Am 13. und 14. Mai 1998 erlebten viele Frauen chinesischer Abstammung das gleiche Schicksal wie Fang Yin. Nicht nur in Jakarta, sondern auch in anderen indonesischen St?dten, wie zum Beispiel Bandung, Solo, Medan und Makassar. Das f?r die Untersuchung der Vorf?lle eingerichtete ?Faktenfindungsteam?, das Tim Gabungan Pencari Fakta (TGPF), registrierte 78 Vergewaltigungen, 85 Opfer sonstiger sexueller Gewalt (z.B. Verletzung der Genitalien durch spitze Gegenst?nde). 1217 Menschen kamen bei den Vorf?llen um (davon 1190 an Verbrennungen), 91 Menschen erlitten schwere Verletzungen, 31 Menschen sind vermisst. Siehe hierzu: Ester Indahyani Jusuf, Hotma Timbul, Olisias Gultom, Sondang Frishka: Kerusuhan Mei 1998 Fakta, Data dan Analisa: Mengungkap Kerusuhan Mei 1998 Sebagai Kejahatan Terhadap Kemanusiaan? (Jakarta: SNB dan APHI, 2007), S. 177, oder auch: http://en.wikipedia.org/wiki/May_1998_riots_of_Indonesia

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[5] Nach dem Ausbruch der Unruhen am 13. Mai fand am 14. Mai 1998 ein Treffen des indonesischen Generalstabs in der ostjavanischen Stadt Malang statt. Die Gener?le nahmen an einer Sitzung des? Komando Pengendalian (Steuerungskommando) f?r die ?Schnellen Sondereinsatztruppen? der ersten und zweiten Division teil. Pr?sident Suharto befand sich zu diesem Zeitpunkt in Kairo, um an einem Gipfeltreffen der G-15-Staaten teilzunehmen. Er hatte bereits am 9. Mai die Reise nach ?gypten angetreten, voller Selbstvertrauen sowie der Zuversicht, dass es nicht zu Unruhen oder gar zu einem Milit?rputsch kommen w?rde. Gro?e Demonstrationen hatten bereits vor dem 9. Mai stattgefunden. Siehe zur Situation jener Tage z.B.: Tjipta Lesmana, Dari Soekarno Sampai SBY: Intrik dan Lobi Politik Para Penguasa (Jakarta: Gramedia, 2009), S. 120.

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[6] Nach Auffassung verschiedener Politikexperten waren jene Tage von einem Machtkampf zwischen zwei f?hrenden Milit?rs gekennzeichnet, n?mlich Generalleutnant Prabowo (damals Leiter der Strategischen Heeresreserve) und dessen Vorgesetztem General Wiranto (damals Befehlshaber der indonesischen Streitkr?fte). Prabowo galt als Drahtzieher der Vorf?lle auf dem Campus der Trisakti-Universit?t in Jakarta, wobei demonstrierende Studenten von Unbekannten erschossen wurden, stritt dies allerdings ab. Ihm wurde auch unterstellt, die Reformbewegung zu unterst?tzen und einen R?cktritt Suhartos zu bef?rworten. Er habe eine Situation schaffen wollen, in der er selbst an die Macht gelangen k?nnte. Wiranto wiederum wurde zum Lager derjenigen gez?hlt, die sich daf?r einsetzten, dass Suharto an der Macht blieb. Als Harmoko, der Vorsitzende des Volkskongresses, den R?cktritt Suhartos forderte, bezeichnete Wiranto dies als private und nicht verfassungsgem??e Meinungs?u?erung Harmokos. Jene Tage waren von vielerlei Ger?chten gekennzeichnet. Eine interessante Untersuchung zur politischen Situation jener Tage ist enthalten in: Dian Andika Winda dan Efantino Febriana, Rivalitas Wiranto-Prabowo : Dari Reformasi 1998 hingga Perebutan RI-1 (Yogyakarta: Bio Pustaka, 2009).

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[7] Zu Pogromen bzw. Ausschreitungen gegen Chinesen kam es in der Geschichte der Republik Indonesien immer wieder (Quellen: http://sosbud.kompasiana.com/2011/05/11/riwayat-kerusahan-rasial-di-indonesia/ ; sowie: Karta Raharja Ucu, Tionghoa dan Sejarah Kelam Kerusuhan di Indonesia, http://m.today.co.id/index.php?kategori=nasional ?=nasional&detail=8182), zum Beispiel in folgenden St?dten:

Bandung, 10. Mai 1963: Dabei handelte es sich um die gr??ten antichinesischen Ausschreitungen in Westjava. Ausgehend von Streitigkeiten zwischen Studenten indonesischer und chinesischer Herkunft auf dem Campus des Technologischen Instituts Bandung (ITB) kam es zu Unruhen, die sich auf andere St?dte (z.B. Yogyakarta, Malang, Surabaya, Medan) ausweiteten.

Pekalongan, 31. Dezember 1972: Auseinandersetzung zwischen Menschen arabischer und chinesischer Abstammung bei einem Begr?bnis. Ein chinesischst?mmiger Jugendlicher kommt dabei ums Leben. Palu, 27. Juli 1973: Eine Gruppe junger M?nner zerst?rt einen chinesischen Kaufladen, weil der Besitzer seine Ware in Papier mit arabischen (islamisch konnotierten) Schriftzeichen eingewickelt hat. Bandung, 5. August 1973: Ein PKW mit chinesischen Insassen ist in einen Verkehrsunfall verwickelt. Es kommt zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. In der Folge kommt es zu antichinesischen Ausschreitung und Unruhen im gesamten Stadtgebiet. Ujungpandang, April 1980: Nach dem Tod einer jungen Hausangestellten namens Suhari kommt das Ger?cht auf, ihr chinesischer Arbeitgeber habe ihr Gewalt zugef?gt, und sie sei an den Folgen gestorben. Es kommt zu rassistisch motivierten Ausschreitungen, Hunderte von Wohnh?usern und Gesch?ften von Chinesen werden dabei zerst?rt.

Medan, 12. April 1980: Ein Gruppe von Studenten veranstaltet einen Motorradkonvoi und skandiert antichinesische Parolen. Es kommt zu Handgreiflichkeiten mit Menschen chinesischer Abstammung. Die Folge sind antichinesische Ausschreitungen und Unruhen in der gesamten Stadt.

Solo, 20. November 1980: Nach einem Streit zwischen zwei Sch?lern einer Sportschule, Pipit Supriyadi und dem chinesischst?mmigen Kicak, kommt es zu Unruhen in Solo und anderen zentraljavanischen St?dten. Hunderte von chinesischen Kaufl?den werden zerst?rt oder in Brand gesetzt.

Surabaya, September 1986: Eine Hausangestellte wird von ihrem chinesischen Arbeitgeber misshandelt, was zu Wut und Emp?rung in Teilen der Bev?lkerung Surabayas f?hrt. Man wirft Steine auf die Autos und Kaufl?den der Mitb?rger chinesischer Abstammung.

Pekalongan, 24. November 1995. Der geistig kranke chinesische H?nder Yoe Sing Yung zerrei?t einen Koran. Die aufgebrachte Bev?lkerung zerst?rt Kaufl?den ihrer chinesischst?mmigen Mitb?rger.

Bandung, 14. Januar 1996: Ein Mob w?tet nach einem Konzert des indonesischen Pops?ngers Iwan Fals, wirft Steine in chinesische Kaufl?den. Anlass: Entt?uschung dar?ber, keine Karten f?r das Konzert bekommen zu haben. Rengasdengkok, 30. Januar 1997: Eine Person chinesischer Herkunft f?hlt sich durch den L?rm einer Trommel, die zum islamischen Gebet aufruft, bel?stigt. Es kommt zum Streit. In der Folge zerst?rt ein Mob chinesische Wohnh?user und Kaufl?den. Ujungpandang, 15. September 1997: Benny Karre, ein geistig kranker Mann chinesischer Herkunft, ersticht einen Jugendlichen. Unruhen brechen aus, chinesische Wohnh?user und Kaufl?den werden in Brand gesetzt oder verw?stet. Kraksaan, Donggala, Sumbawa, Flores, Jatiwangi, Losari, Gebang, Pamanukan, Lombok, Rantauprapat und Aeknabara, Februar 1998: antichinesische Ausschreitungen.

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Mai 1998: Im Rahmen der Mai-Unruhen kommt es zu antichinesischen Pogromen, die f?r immer im Ged?chtnis der Menchen chinesischer Herkunft in Indonesien werden haften bleiben.

  1. bis 8. Mai 1998 in Medan, Belawan, Pulobrayan, Lubuk-Pakam, Perbaungan, Tebing-Tinggi, Pematang-Siantar, Tanjungmorawa, Pantailabu, Galang, Pagarmerbau, Beringin, Batangkuis, Percut Sei Tuan: Die Unzufriedenheit mit der politischen Situation beginnt sich gegen Menschen chinesischer Herkunft zu richten.

Jakarta, 13. und 14. M?rz 1998: Der Volkszorn wegen der Erschie?ung von Studenten der Trisakti-Universit?t in Jakarta wird von bestimmten politischen Gruppierungen in antichinesische Unruhen "umgewandelt". Diese geh?ren zu den schlimmsten in der Geschichte der Republik Indonesien. Es kommt zu Vergewaltigungen von Frauen chinesischer Herkunft.

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Solo, 14. Mai 1998: Die Unzufriedenheit der Bev?lkerung mit der politischen Situation wird auch hier von bestimmten politischen Gruppierungen in antichinesische Unruhen ?umgewandelt?.

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[8] Ein wichtiger Fortschritt, der in Indonesien im Rahmen der Reformpolitik seit 1998 erzielt wurde, liegt in der Verabschiedung des Gesetzes Nummer 12 des Jahres 2006 ?ber die indonesische Staatsangeh?rigkeit begr?ndet. In Paragraph 2 dieses Gesetzes hei?t es: Indonesische Staatsb?rger sind Angeh?rige indigener indonesischer V?lker sowie Angeh?rige anderer V?lker, welche die indonesische Staatsb?rgerschaft aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erhalten haben. Durch dieses Gesetz wurde die Stellung der B?rger chinesischer Herkunft in Indonesien gesetzlich und verfassungsm??ig abgesichert.

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